Medienbildung vor Ort: eigenständig, regional verankert, nah an der Praxis
Die Vorgänge am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) und die daraus entstandene politische Diskussion über die Zukunft der Medienzentren beschäftigen derzeit viele Menschen in Schulen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.
Auch uns erreichen Fragen dazu. Deshalb ist uns diese Einordnung vorweg besonders wichtig:
Das Kreismedienzentrum Ravensburg ist nicht das Landesmedienzentrum.
Das Kreismedienzentrum Ravensburg ist eine Einrichtung des Landkreises Ravensburg. Wir sind organisatorisch und wirtschaftlich vom Landesmedienzentrum zu unterscheiden und keine Außenstelle des LMZ.
Zwar arbeiten das LMZ sowie die Stadt- und Kreismedienzentren im sogenannten Medienzentrenverbund zusammen. Dieser Verbund ist jedoch keine gemeinsame Organisation, sondern eine fachliche Zusammenarbeit eigenständiger Einrichtungen.
Die im Bericht des Landesrechnungshofs beanstandeten Vorgänge beim Landesmedienzentrum liegen daher nicht in der Verantwortung des Kreismedienzentrums Ravensburg. Von diesen Vorgängen distanzieren wir uns ausdrücklich. Eine konsequente Aufarbeitung, Transparenz und ein wirtschaftlicher Umgang mit öffentlichen Mitteln sind selbstverständlich notwendig.
Genauso wichtig ist uns aber eine zweite Unterscheidung: Die Diskussion über Missstände in einer Einrichtung sollte nicht den Blick darauf verstellen, welche Aufgaben die regionalen Medienzentren vor Ort erfüllen.
Medienbildung findet vor Ort statt
Seit ihren Anfängen haben sich Bildstellen und Medienzentren immer wieder verändert. Aus Lichtbildern und Schulfilmen wurden digitale Bildungsmedien, Tablets, Robotik, Podcasts, Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und Angebote zum Jugendmedienschutz.
Auch das Kreismedienzentrum Ravensburg entwickelt seine Angebote fortlaufend entlang der Bedürfnisse von Kitas, Schulen, Jugend- und Schulsozialarbeit und anderen Bildungseinrichtungen im Landkreis.
Heute gehören dazu unter anderem:
- medienpädagogische und technische Beratung für Schulen und Bildungseinrichtungen,
- Unterstützung bei Medienentwicklungsplanung und Digitalisierung,
- Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte,
- Jugendmedienschutz und Konzepte zur Förderung von Medienkompetenz,
- Bildungsmedien und Unterrichtsmaterialien über die SESAM-Mediathek,
- die Ausleihe von Tablets, Audio- und Videotechnik, Robotik, VR-Technik und weiteren Geräten,
- Unterstützung bei Podcast-, Film-, Foto- und anderen Medienprojekten,
- Angebote für Kitas und Horte sowie die Zusammenarbeit mit Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Vereinen und weiteren Partnern im Landkreis.
Entscheidend ist dabei nicht allein die Technik. Entscheidend ist die Verbindung aus Pädagogik, Technik und persönlicher Begleitung.
Wer eine neue Technologie sinnvoll in einer Schule einsetzen möchte, ein Medienkonzept entwickelt, Unterstützung bei einem Medienprojekt braucht oder vor der Frage steht, wie Kinder und Jugendliche mit Social Media, Desinformation oder Künstlicher Intelligenz kompetent umgehen lernen können, braucht fachlich kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die die Einrichtungen, Strukturen und Menschen vor Ort kennen.
Genau darin liegt die Stärke regionaler Medienzentren.
Über 140 Jahre Zukunft
Wie sich diese Arbeit entwickelt hat – und weshalb die Diskussion über die Zukunft der Medienzentren nicht allein als Organisations- oder Finanzierungsfrage geführt werden sollte – haben wir in einer Sonderfolge unseres Podcasts „Streuobstwiese“ aufgegriffen.
„Über 140 Jahre Zukunft – Eine Reise von einer soliden Vergangenheit in eine wackelige Gegenwart“ blickt zurück auf mehr als ein Jahrhundert Medienbildung und zugleich auf die aktuellen Entwicklungen in Baden-Württemberg.
Dabei kommen Menschen aus Schulen, Medienbildung, Polizei, Jugendarbeit und weiteren Kooperationsbereichen zu Wort. Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen:
Welche Unterstützung brauchen unsere Bildungseinrichtungen heute tatsächlich?
Und:
Wie muss eine Struktur aussehen, die diese Unterstützung auch in Zukunft zuverlässig leisten kann?
Keine Medienbildung ohne Medienzentren
Seit dem Sommer 2026 wird auch politisch darüber diskutiert, die gesetzliche Verpflichtung der Stadt- und Landkreise zum Betrieb von Medienzentren aufzuheben.
Das Aktionsbündnis Medienbildung Baden-Württemberg hat deshalb die Petition „Keine Medienbildung ohne Medienzentren!“ gestartet. Sie fordert Landtag und Landesregierung auf, eine starke und flächendeckende Medienbildung zu sichern und die Stadt- und Kreismedienzentren als regionale Infrastruktur zu erhalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Auch dabei geht es nicht darum, notwendige Reformen zu verhindern. Im Gegenteil: Strukturen dürfen und müssen überprüft, verbessert und weiterentwickelt werden.
Aber bevor darüber entschieden wird, welche Strukturen künftig bestehen sollen, sollte geklärt sein, welche Aufgaben erfüllt werden müssen – und wer sie künftig verlässlich übernehmen kann.
Zur Petition „Keine Medienbildung ohne Medienzentren!“
Danke fürs Unterstützen, Unterzeichnen und Weiterleiten!
Euer Kreismedienzentrum Ravensburg
Kompetent. Innovativ. Persönlich.